Mittwoch, 4. März 2015

Historische Seite Uesslingen *** Kinderheimat (Lesebuch für das 1. Schuljahr, Auflage von 1938)


Historische Seite Uesslingen 
Buch, Dezember 2014

Kinderheimat
Lesebuch für das 1. Schuljahr Auflage von 1938



Nun zeigt mir mal

Wie die Mädchen fegen, wie die Schreiner sägen, wie die Frauen waschen, wie die
Kinder naschen, wie die Maler malen, wie die Käufer zahlen, wie die Jäger schiessen,
wie die Herren grüssen, wie die Schneider nähen, wie die Bauern mähen.

Was sie tun

Bäcker backen, Metzger hacken, Schneider flicken, Mädchen sticken, Mütter stricken,
Hühner picken, Uhren ticken, Glocken wecken. Aber die Faulen stecken unter den Decken.

April

April, April, der weiss nicht was er will ! Bald lacht der Himmel klar und rein, bald schaun
die Wolken düster drein, bald Regen und bald Sonnenschein. Was sind mir das für Sachen,
mit Weinen und mit Lachen, ein solch Gesaus zu machen !

Am Ostermorgen

Wie der Blitz rennen die Kinder in den Garten. Wo hat wohl der Osterhas die Eier hingelegt ? Sie suchen und suchen, bei jeder Staude, bei jedem Strauch. Und im Gras, da sieht man es gleich, wo der Hase durchgelaufen ist. Ei ja, da liegt ein ganzes Nest voll, blaue, rote, gelbe. die hat Heini schnell gefunden. 

Aber Anneli ? Es sucht auch und findet nichts. – So schau doch dort beim Gartentürlein ! – Juhu, da liegt noch ein Nest voll ! Ein kleines Osterhäslein sitzt dabei und spitzt die Ohren. 
Warum rennt es dann nicht fort ? Es ist ja nicht lebendig, es ist ja aus Schokolande.

Das grosse Butterbrot

Gretli sitzt auf der Bank im Hofe. Es will sein Butterbrot essen. Das Butterbrot ist gross. Gretli hat aber auch grossen Hunger. Da kommt ein hungriges Hühnchen, das sagt: Gib mir ein Bröcklein. 
Wenn ich gross bin, lege ich dir auch ein Ei. Das darfst du dann essen, piep.
Ein Hündchen sitzt dabei, das bellt: Wenn ich gross bin, bewache ich dein Haus. 
Gib mir auch einen Bissen. Wau! Wau!
Miau, ruft das Kätzchen von der Mauer herab. 
Wenn ich gross bin, fange ich dir jeden Tag eine Maus. Schenk mir ein Stück von deinem Butterbrot.
Alle bitten, alle bekommen ein Bröcklein. Nun ist das Butterbrot nicht mehr gross.

Das lustige Auto

Die Autos sind die schnellsten Pferde. Sie laufen auf Räderbeinen. Hafer fressen sie keinen.
Sie stehen schön brav am Strassenrand, wo man sie hinstellt. Man hört sie nie wiehern.
Aber sie rufen tut tut. In der Nacht haben sie Augen so feurig wie die Katzen.


De brav Bueb

De Peter ischt en flotte Burscht; dem ischt de Astand no nid Wurscht.
Goht hei de Ma mit Sack und Mappe, so grüesst er lut und lupft si Chappe.
Sei’s alt, sei’s jung, ob arm ob rich, säb ischt dem chline Mannli glich.
Und jedes denkt; wie schön, wenn d’Chind so fründlich und so höflich sind.

Heini will Aepfel pflücken

Alle Tage schaut Heini nach dem Apfelbaum. 
Die Aepfel haben schon rote Backen. 
Das macht Heini grosse Freude;
Er sagt; Bäumlein, Bäumlein schüttle dich,
wirf deine Aepfel über mich
Aber das Bäumlein und die Aepfel lachen nur. – 
Oho, der Vater bringt eine lange Leiter. Er
steigt auf den Baum . Aepfelein um Apfelein legt er in den Sack. 
Heini möchte auch gerne auf die Leiter steigen. 
Aber die Mutter hat es verboten. Sie sagt:
Wächst der Heini weiter, braucht er keine Leiter.
Wächst der Heini immer mehr, lässt er alle Bäumlein leer.

Herbscht

Zum Znüni tarfscht en Oepfel ha mit schöne rote Backe dra,
das git em Büebli Muet und Chraft und dass es besser lehrt
und schafft. Und z’Obed gits zur Schwarzbrotchoscht es Gläsli
süesse-n-Oepfelmoscht. Mer händ jo Herbscht und richi Zit.
Jetzt gang i d’Schuel. I ghör scho s‘ Glüt.

Brieflein ans Christkind

Christkindlein, liebes, sei doch so gut, mein Püppchen wünscht einen neuen Hut.
Der alte ist schon ein bisschen zerissen, ist mehr als zwei Jahr alt, musst du wissen.
Und auch ein Kleidchen hätt ich gern, das alte, weisst du, ist nicht mehr modern und
auch schon ein ganz wenig zu klein und abgestorben, halt gar nicht mehr fein ! 

Und könntest du auch noch ein Schwesterchen bringen, würd ich vor Freude tanzen und
singen. Weisst du, jetzt bin ich halt immer allein, es wäre viel schöner für mich zu
zwein. Dann wär ich zufrieden, ich wünschte nicht mehr. Gelt, Christkindlein, denkts
daran, ich bitte dich sehr.

Einmal etwas ohne Zahlen, aber zu geniessen mit Humor. War das doch eine schöne Zeit,
am Anfang der Kinderjahre.

Wer das ABC nicht kann, ist nur ein halber Mann.


Uesslingen, 20. November 2014
Alfons Lenz


Dienstag, 10. Februar 2015

Historische Seiten *** Protokoll-Auszüge 1870 – 1948 der Bürgergemeinde Uesslingen




Historische Seite Uesslingen 
August 2014

BUERGERGEMEINDE UESSLINGEN

Protokoll-Auszüge 1870 – 1948

20. Mai 1870: Die bestehende Bürgergemeinde wird in die Ortsgemeinde überführt, mit einem Vertrag über 10 Jahre. bis 1885. Dann mit einer Verlängerung um 40 Jahre, d.h. während 55 Jahren bestand keine Bürgergemeinde mehr. Das Vermögen der Bürgergemeinde war damals Fr. 8‘801.62, dasjenige der Ortsgemeinde Fr. 1‘238.00. Der Landbesitz war wie folgt vermerkt:

23 Jucharten Ackerland per m2 5 Rp.
1 ½ Vierling Wiesen per m2 3 Rp.
1 ½ Vierling Reben per m2 2 Rp.
73 ½ Jucharten Thurboden per m2 1 Rp.

13. Februar 1897: Die OG Uesslingen verkauft das Land in der Payen für Fr. 4‘072.00, somit Schmälerung des Bürgergutes.

25. März 1925 wird nach Ablauf des Vertrages von 1885 ein Verwaltungsrat gewählt und die Bürgergemeinde wieder aktiv gemacht.

Präsident: Julius Müller, Gemeindeammann
Aktuar: Johann Hagen
Mitglied: Johann Bachmann, Ortsvorsteher
Rechnungs- Ulrich Huber z. Frohsinn
prüfungs Arnold Lenz z. Engel
kommission: Walter Dickenmann

Bürger: 69, davon anwesend 42,
27 mit Entschuldigung

11. Februar 1926: Wiedereinbürgerungsgesuch von Frau Wiedenmeier-Sauter,
ehemals von Dietingen. Dem Gesuch wird entsprochen. Eigene Rechnungsführung
ab 1. Januar 1927.

16. Dezember 1928: Neue Bewertung des Bürgergutes auf ca. Fr. 62‘000.00 durch
Meliorationsplan. Besitzantritt gesamthaft 3048.2 Aren.

2. Januar 1930: Grosser Holzverkauf für Fr. 8‘300.00, ein Käufer bezahlt nicht, deshalb wird für ihn der Konkurs verlangt.

1.Januar 1932: Offizielle Selbständigkeit der Bürgergemeinde mit einem Vermögen von
Fr. 6‘202.05 per 31. Dezember 1931.

Nach dem Tode von Bürgerpräsident Julius Müller wird der Verwaltungsrat mit
5 Mitgliedern neu bestellt:

Präsident: Arnold Lenz z. Engel
Vice- u. Kassier: Julius Müller (Sohn)
Aktuar: Fritz Huber
Mitglieder: Fridolin Lenz
Rudolf Schwarz
Revisoren: Otto Müller
Ulrich Huber
August Hagen

11. März 1939: Das verlegen von 275 m Drainagerohren übernimmt Willi Hausammann, Iselisberg zum Preise von Fr. 370.00.

30. Mai 1939: Ein erstes Reglement wird in Kraft gesetzt.

10. September 1940 Neuverpachtung des Bürgerlandes für 8 Jahre. Jene, welche noch rückständige Pachtzinsen haben, wird der Ausschluss angezeigt.

31. Dezember 1940: Vermögen der Bürgergemeinde nach der Melioration Fr. 41‘872.65.

14. Oktober 1944: Die Imprägnierhütte wird auf der Westseîte erweitert und die Kletter-stangen bei den Kastanienbäumen aufgestellt.

24. August 1945: Zu vermerken ist, dass das Vermögen während den Kriegsjahren 1940- 1945 um ca. Fr. 17‘000.00 angewachsen ist. Antrag Hans Bachmann: Es soll ein Bürgertrunk eingeführt werden. (1 ½ Liter Wein, Schüblig und Kartoffelsalat)

17. Januar 1946: Erster Bürgertrunk in der Traube Dietingen, ausnahmsweise am Bertelistag. Die Einkaufstaxe wird mit Fr. 225.00 bestätigt.

19. Januar 1948: Kredit von Fr. 2‘000.00 für die abgebrannte Imprägnierhütte der Bürgergemeinde. Am Bürgertrunk dürfen auch weibliche, steuerpflichtige Personen teilnehmen: Elisa Lenz z. Engel, Marie Hagen , Emmy Bachmann.

28. Oktober 1948: Fischen im Schwarzmeerli ist nur den Uesslinger Schulkinder vorbehalten. Ein Gesuch von Neidhardt, Sulz-Rickennbach wird abgelehnt. Otto Lenz offeriert die Auffüllung der Tannäckergiessen von 253 Aren, wenn er 3 Jahre keinen Pachtzins zu bezahlen habe.




Uesslingen, 15. Juli 2014
Alfons Lenz


Dienstag, 3. Februar 2015

Historische Seiten *** Protokoll-Auszüge 1949 – 1980 der Bürgergemeinde Uesslingen




Historische Seite Uesslingen Oktober 2014

BUERGERGEMEINDE UESSLINGEN

Protokoll-Auszüge 1949 – 1980


17. Januar 1949: Beitrag für neue Uniformen der Musikgesellschaft Uesslingen für
Fr. 2‘500.00.

16. Januar 1950: Ausfall der Bürgertrunks, man glaubt der Bezirksrat werde damit nicht mehr einverstanden sein.

27. Mai 1950: Die Dorfkorporation, heute Wasserkorporation, erhält unentgeltlich 2 Aren Land zur Erstellung einer Pumpstation, südlich des Turnplatzes. (Püntli)

15. Januar 1951: Die guten Jahresabschlüsse sind vorwiegend der Imprägnierhütte zu verdanken.

19. Januar 1952: Anstelle eines Bürgertrunkes wird ein Reglement zur Auszahlung eines Bürgernutzens geschaffen. Jeder Bürger erhält max. Fr. 10.00, wenn er 20-jährig ist und eine eigene Steuererklärung vorweist.



16. März 1952: Stimmfähige Bürger 50, anwesend 36, 9 davon sind entschuldigt,
5 unentschuldigt, diese werden immer öffentlich bekannt gegeben, beim verlesen des Protokolls. Rücktritt von Bürgerpräsident Arnold Lenz z. Engel, nach 18 Jahren, neu wird gewählt Otto Müller-Huber und gleichzeitig zum Bürgerpräsidenten bestimmt. Die weiteren Mitglieder, welche seit 1934 im Amte sind, werden für eine weitere Amtsdauer bestätigt.

18. Januar 1954: Der Musikgesellschaft wird auf Zusehen hin ein jährlicher Beitrag von
Fr. 300.00 bewilligt.

4. Juni 1955: Rudolf Schwarz jun. wird anstelle seines Vaters neu in den Verwaltungsrat gewählt.

20. Januar 1958: Jährlicher Beitrag an den Turnverein, Fr. 100.00

19. Januar 1959: Stimmfähige Bürger nur noch 38. Das Vermögen der Bürgergemeinde wird erstmals mit mehr als Fr. 100‘000.00 ausgewiesen, Fr. 103‘722.80. Otto Lenz jun., wird anstelle des verstorbenen August Hagen , neuer Rechnungsrevisor.

11. Juli 1959: Beitrag von Fr. 7‘000.00 für die neue Brückenwaage beim „Hirschen“

16. Januar 1961: Hans Huber, Posthalter wird Ersatzrevisor, anstelle von a. Gemeinde-ammann Otto Müller.

21. Januar 1963: In der Rechnung werden erstmals keine Rückstände ausgewiesen.

14. Februar 1967: Fritz Huber und Fridolin Lenz treten nach 33-jähriger Amtstätigkeit gemeinsam zurück. Die Amtsdauer von 3 auf 4 Jahre erhöht. Josef Hagen und Hermann Schwarz, als Aktuar, werden neu in den VR gewählt. Abtretung des „Schulackers“ an die Schulgemeinde zum Bau eines neuen Schulhauses, nach langjährigen Verhandlungen.

18. Januar 1971: Verkauf von 153 Aren Auenwald im „Gillacker“ an Kurt Hasenfratz, Edwin Sauter und Otto Müller, Erlös Fr. 7‘707.50. Otto Lenz glaubt an die bauliche Entwicklung von Uesslingen und schlägt vor, mit der Güterzusammenlegung etwas Bauland einzuzonen.

14. Mai 1971: Beiträge für neue Uniformen der Musikanten im Betrage von Fr. 5‘000.00 und Fr. 60‘000.00 zu Gunsten der Schulgemeinde werden bewilligt.

17. Januar 1972: Einführung des Frauenstimmrechtes (eidg. am 7. Februar 1971), aber heute sind die Männer nochmals alleine „unter sich“, wie der Präsident humorvoll feststellt. Dadurch sind nun 70 Bürgerinnen und Bürger stimmfähig.

9. Mai 1973: Erste Versammlung im neuen Schulhause. Dabei sind auch zwei Bürgerinnen, Nina Bachmann-Schefer und Hanna Huber-Keller z. Post anwesend, diese werden dadurch akzeptiert, dass man sie als Stimmenzählerinnen wählt.

13. Mai 1975: Erhöhung der Vereinsbeiträge und ab jetzt auch an den Frauenturnverein.

20. Mai 1975: 16 Stimmbürger wählen den Verwaltungsrat, Alfons Lenz (1940), wird neuer Kassier. Julius Müller hat nach 41 Jahren demissioniert und wird entsprechend dafür geehrt. Für einen freiwilligen Kindegarten im alten Schulhaus wird ein jährlicher Beitrag von
Fr. 4‘500.00 gesprochen.

16. Januar 1978: Landkauf Fr. 15‘000.00 im „Kuhli“ ca 48. Aren von der GZ Uesslingen-Buch erworben.

8. August 1978: Hochwasser mit Dammbruch bei der Einmündung des Tegelbaches in den Binnenkanal. Die ganze Thurebene wird überflutet und es entsteht grosser Sachschaden an Gebäuden und Kulturen.

20. März 1980: Otto Müller-Huber tritt nach 28 Jahren als Präsident der Bürgergeminde zurück. Werner Dickenmann-Pfister wird neuer Präsident. Kredit für das Ausbaggeren des Schwarzmeerli über Fr. 8‘000.00.

9. August 1980: Der sogenannte Feuerweiher im erworbenen Baulandgebiet gibt Anlass zu verschiedenen Einsprachen, betreffend dessen Auffüllung.


Uesslingen, 15. September 2014

 Alfons Lenz





Montag, 26. Januar 2015

Geschichtlicher Rückblick *** Das Dorf Uesslingen bei Frauenfeld




Das Dorf Uesslingen bei Frauenfeld

Geschichtlicher Rückblick und die Veränderungen nach dem zweiten Weltkrieg

Unser Dorf wurde erstmals anno 1094 mit einer Schenkungsurkunde erwähnt. Als Landgrafschaft Thurgau bis zur Bildung des Kantons, anno 1803 verfügten verschiedene Herrschaften über Rechte und Pflichten der Bürger.

Anlässlich der Reformation gab es auch einen Bildersturm, mit der Vernichtung von kirchlichen Gegenständen. Viele gingen zum neuen Glauben über und man einigte sich, eine Paritätische Kirche zu bauen. So gibt es noch heute eine reformierte und katholische Kirchgemeinde in Uesslingen.

Da auch die Kartause Ittingen bis zur Klosteraufhebung 1848 die Gesetze und Gerichte bestimmte und ausübte, wurden die Bürger jedes Jahr in der Schenke Sanct Laurenzen über die Aenderungen durch den Prior informiert..

Der Prokurator Josef Wech hat alle Landstücke vermessen und auf dem Klosterplan von 3 x 5 Meter aufgezeichnet und so auch die Besitzer und Flurnamen festgehalten. Das Kirchen-Urbarium von 1743, einer von 40 Bänden, zeigt alle Häuser und Ländereien, welche der Kartause gehörten und zur Abgabe des Zehenten pflichtig waren auf. Der Ittinger Schuh von 31.2 cm war die Grundlage dazu.

Seit 1803 gab es eine Ortsgemeinde, welche ein Teil der Munizipalgemeinde mit Buch und Warth war. Durch die Reduktion auf 80 Thurgauer Gemeinden wurde diese per 1. Januar 1995 aufgehoben.

Bauernhaus von Uesslingen TG (1568/1605)

Die Bürgergemeinde Uesslingen wurde von 1870 – 1934 aufgehoben und dann wieder erneuert. In 76 Jahren waren lediglich drei Kassiere im Amt, 35 davon war Alfons Lenz für diese zuständig. Im Jahre 1980 erfolgte eine Aenderung durch die Aussiedelung eines Landwirtes, welcher von uns Landrealersatz durch Umzonung erhielt. Ein Gestaltungsplan durch Erschliessung ermöglichte dann die Ausscheidung von 17 Landparzellen für Einfamilienhäuser, welche bereits 1993 alle überbaut waren. 

Durch den Kauf des alten Schulhauses und dessen Abbruchs konnten wir 9 Alterswohnungen bauen Kosten 3 Mio. Per 1. Januar 2012 mussten wir mit Buch fusionieren, weil das Gesetz festgelegt hat, dass es in einer Politischen Gemeinde nur noch eine Bürgergemeinde geben durfte.

Die Güterzusammenlegung beschlossen 1969 und fertig erstellt 1976 hatte grosse Vorteile für manchen Landwirt gebracht. Aus mehreren hundert kleinen Parzellen wurden diese den bisherigen Besitzern so zugeteilt, dass eine grosse Reduktion stattfand. So entstanden mehre grosse Siedlungen und der Rebberg, welcher etwa 50 Jahre keiner mehr war, wurde mit dieser Massnahme zu neuem Leben erweckt. Insgesamt ergab dies 28 Rebbesitzer und es wurde auch der grösste Rebberg des Kantons Thurgau mit 50 Hektaren. Zwei grosse Selbstkelterer, einer davon ist mein Sohn, haben grössere Neubauten erstellt und immer wieder erweitert.


Die Thur ein Wildwasserfluss hat schon immer Ueberschwemmungen verursacht und das ganze Thurtal verwüstet. Die drei grössten erfolgten in den Jahren 1910 / 1965 und 1978.
Bei den letzten zwei, war meine Liegenschaft immer davon betroffen gewesen.

Da die projektierte Umfahrung von Uesslingen 1984 vom grossen Rat des Kantons Thurgau abgelehnt wurde, fahren nun täglich etwa 5000 Autos und Lastwagen mitten durch das Dorf.

Der Gemüseproduzent Kellermann begann 1971 mit der Erstellung von Treibhäusern nebst einem grossen Wohnhaus. Im Laufe der Zeit hat sich der Betrieb durch zusätzliches Pachtland mehrfach vergrössert. Heute werden 150 Personen mit der Bepflanzung, Ernte und Verarbeitung beschäftigt.

Uesslingen, 4. August 2014
Alfons Lenz





Sonntag, 25. Januar 2015

Historische Seiten *** Protokolle der Munizipalgemeinde Uesslingen-Buch-Warth Zeitraum 1891 bis 1901


Historische Seiten
Rutscher Blick
Juni 2014

Protokolle der Munizipalgemeinde Uesslingen-Buch-Warth
Zeitraum 1891 bis 1901 mit nachstehenden Aufzeichungen

12. September 1891: Die angeschafften Sturmlaternen seien zu späterer Zeit von den Ortsgemeinden der MG Uesslingen zu versteigern. Es werden Stimmkarten, als Ausweis zu den Gemeindeversammlungen eingeführt.

9. Januar 1892: Die zwei Hebammen von Uesslingen und Warth sind altershalber zurückgetreten. Die vorhandenen Geräthschaften sind in Gewahrsam zu nehmen.

1892: Gesuche um Niederlassungs-Bewilligungen mehren sich fortwährend, werden aber nie abgewiesen, ausser der Leumund wäre schlecht.

Um Schäden im Rebberg zu vermeiden, werden immer wieder Kupfervitriolpräparate gespritzt, meistens zwei Mal, im Abstand von zwei Wochen.

Johannes Ullmann in Warth betreibt eine Wirtschaft ohne Patent, welches er erwerben muss, sonst wird das Lokal geschlossen. Joseph Sommer zum Kreuz in Warth, wird das Tavernenrecht zugesprochen, war bisher nur eine Schenkwirtschaft.

17. Dezember 1892: Neue Hausnummern werden angeschafft und vom Spengler Haselmeier für Fr. 14.00 geliefert.

1893: Dort wo noch Holzdecken in der Küche vorhanden sind , müssen diese bis zum 31. Dezember durch Pflasterdecken ersetzt werden. Kontrolle erfolgt durch die Feuerschau.

16. Mai 1893: Carl Sauter aus Dietingen ist in San Franzisco verstorben, das Vermögen soll durch die Geschwister verteilt werden.

9. November 1893: Die Gillgraben-Korporation ist nicht bereit, die Korrekturkosten zu übernehmen. Eine Aussprache wird auf den 15. November angeordnet. Freinachts-Bewilligungen, sind mit einer Taxe von Fr. 2.50 erhältlich, hingegen sind Tanzbewilligungen von einer Taxe befreit.

17. Oktober 1894: J. Lenz zum Engel prozessiert wegen den beiden Strassen um seine Scheune und bekommt Recht, dass das Befahren des Hofraumes untersagt sei. Die Kosten von Fr. 22.50 gehen zu seinen Lasten. Die MG hat dann entsprechende Schilder angebracht.

7. Juni 1895: Als Munizipalgemeinde-Kassier wird Vorsteher Harder in Buch, für drei Jahre gewählt. Das Gemeinderath-Sitzungsgeld beträgt Fr. 4.50.

Die Policen betreffend die Gebäudschatzungen, zeigen nicht nur den Namen, sondern vielfach auch den Beruf aus. Daraus könnte man ein Register erstellen, welches aber zu umfangreich würde. Man hätte jedoch die Liegenschaftenbesitzer von damals aufführen können.


5. November 1895: Die Kontrolle des Steuerregisters ergibt einige notwendige Aenderungen, weil zu wenig deklariert worden ist.

14. November 1895: Heute werden alle Brunnen inspiziert um festzustellen, in welchem Zustande diese sind. Es gibt auch noch sogenannte Ziehbrunnen. Vermerk von Alfons Lenz: Die Wasserversorgung von Uesslingen wurde ebenfalls anno 1895 installiert, mit Kosten für das ganze Dorf etwa Fr. 45‘000.

13. April 1896: Hier sind 31 Schatzungsprotokolle aufgeführt mit den Namen und teilweise sind auch die Berufe aufgezeigt: Schuster, Metzger, Bäcker, Jäger, Sticker, Zimmermann, Glaser, Schreiner, Maurer, Dachdecker.

11. Juli 1896: In Horben gibt es eine Dampfdreschgesellschaft, welche für Fr. 5‘500 versichert war.

26. Juli 1896: Der Carl Josef Schmid von Säkingen, in Warth zum Kreuz, kann eine Tavernenwirtschaft betreiben, wenn wenigstens zwei anständige Betten vorhanden sind.

15. Oktober 1896: Die Lebensmittel-Kontrolle der Bäckerei, Metzgerei und Spezereiläden, geben Anlass zu Mängelrügen und allfällige Bussen, wenn sich die Situation nicht ändert. Die Butter bei Ulrich Huber zum Anker sei ranzig, verdorben und starkem Säuregehalt, er wird deshalb verzeigt.

19. April 1898: Hermann Müller, Metzger Uesslingen wird gebüsst mit Fr. 20.00, weil der Abfluss aus dem Schlachthaus ungenügend ist. Es wird eine Frist bis 11. Mai zu dessen Aenderung gewährt.

5. April 1899: Die Rechnung pro 1898 schliesst erstmals mit seit 1867 mit einem Guthaben ab
Fr. 334.48 und wird deshalb als Kassabestand ausgewiesen.

16. Dezember 1899: Beerdigungen sind konfessionell abzuhalten und in der Thurgauer Zeitung zu veröffentlichen. Friedhofvorsteher ist zur Zeit Jakob Bachmann, Weibel in Uesslingen.

26. Februar 1901: Vorsteher Dickenmann wird Gemeinderatsschreiber und Katasterführer.

Folgen noch die Geschlechtsnamen der Gemeinderäte ab 1868: Traber, Hasenfratz, Stoll, Lenz, Rieser, Haag, Bachmann, Dickenmann, Harder, Hofmann, Müller und Huber. Laut Statistik auf den letzten Seiten dieses Protokollbuches sind von 1868 bis 1901 insgesamt 262 Sitzungen aufgeführt, mit Seitenhinweis, Traktanden und Stichworten.

Es ist noch zu vermerken, dass U. Hasenfratz, Friedensrichter während dreissig Jahren das Zepter in Uesslingen geführt hat. Auch dieses Buch , im Umfange von 354 Seiten stammt aus seiner Feder, mit der wunderbaren deutschen Schrift geschrieben.

Uesslingen, 2. Mai 2014
Alfons Lenz



Samstag, 31. Mai 2014

Historia - Geschichte *** Die denkwürdige Rede von Altkanzler Helmut Schmidt vom 4.12.2011




SPD-Parteitag in Berlin 2011

Rede von Altkanzler Helmut Schmidt


9000 Menschen waren zu der Rede des Altkanzlers Helmut Schmidt erschienen, dreimal so viele wie ursprünglich erwartet. Die Parteitagshalle war restlos überfüllt. Helmut Schmidt (92) war der erste Redner des Tages.

Der Altkanzler brachte den Saal zum Kochen!


Er hielt eine Rede zum Thema "Deutschland in und mit Europa" - was er sagte hatte Gewicht. Klare, einleuchtende Botschaften, die seine Zuhörer begeisterten.


In der Schuldenkrise übernimmt Deutschland die Führungsrolle in Europa - und vergrätzt viele seiner Partner.
Vor den Folgen dieser "Kraftmeierei" hat jetzt Altkanzler Helmut Schmidt beim SPD-Parteitag in Berlin gewarnt. Deutscher Nationalismus löse bei den Nachbarn immer noch "Unbehagen und Besorgnis" aus.


Helmut Heinrich Waldemar Schmidt (* 23. Dezember 1918 in Hamburg) ist ein deutscher Politiker der SPD und war von 1974 bis 1982 der fünfte Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland.


Ab 1961 war Helmut Schmidt Senator der Polizeibehörde in Hamburg und erlangte während der Sturmflut 1962 als Krisenmanager große Popularität. Von 1967 bis 1969 war Helmut Schmidt Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion, 1969 bis 1972 Bundesminister der Verteidigung, 1972 Bundesminister für Wirtschaft und Finanzen und von 1972 bis 1974 Bundesminister der Finanzen.

Gegen Ende seiner Amtszeit als Bundeskanzler leitete Helmut Schmidt, bedingt durch das Ausscheiden des Koalitionspartners FDP, kurzzeitig auch das Außenministerium.


Seit 1983 ist Helmut Schmidt Mitherausgeber der Wochenzeitung 'Die Zeit'.

http://www.spiegel.de/politik/deutsch...

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